„Slamener Riesling“ mit Bestnoten
Qualitätswasser aus der Leitung
Die Spremberger nennen ihr Wasser aus der Leitung auch den „Slamener Riesling“. Und der schmeckt. Bei Blindverkostungen belegt er regelmäßig vordere Plätze. Zum 725. Stadtjubiläum wird das Trinkwasser aus dem Verbandsgebiet des SWAZ in besondere Flaschen abgefüllt und vermarktet.
Die Geschichte des Spremberger Wasserwerkes ist fast 100 Jahre alt. Fast – denn seit 1930 wird in den Slamener Kuthen Trinkwasser aufbereitet. Der Begriff Kuthen stammt aus dem Sorbischen und bezeichnet eine Tümpellandschaft. Die Slamener Kuthen sind Teil des Landschaftschutzgebietes „Slamer Heide“. Unterhalb der Kuthen fließt ein großer, vor Jahrhunderten entstandener Urstrom in etwa 30 bis 40 Metern Tiefe. Das Wasser ist von hervorragender Qualität, aber eisenhaltig, manganhaltig und mit freier Kohlensäure.
Sehr weiches Wasser
Bevor daraus der „Slamener Riesling“ wird, werden Eisen, Mangan und freie Kohlensäure durch die Aufbereitung im Wasserwerk entfernt. Das Spremberger Rohwasser ist sehr weich. Auch heute noch wird das Trinkwasser wie vor knapp 100 Jahren belüftet, gefiltert und durch das Filtermaterial aufgehärtet. Weil der Wasserverbrauch zu DDR-Zeiten stark anstieg, wurde das Wasserwerk 1957/58 durch einen Neubau erweitert. Damals wurde auch ein zweiter Reinwasserbehälter mit einer Kapazität von 1.000 m³ Inhalt gebaut. Heute wird das Rohwasser aus acht Tiefbrunnen gewonnen.

Der „Slamener Riesling“ bekommt für das Festjahr ein hochwertiges Erscheinungsbild. Der Inhalt ist der Gleiche wie aus der Leitung im Spremberger Verbandsgebiet des SWAZ. Das Gute daran: Wenn die Flasche leer ist, kann sie einfach wieder mit dem edlen Tropfen aus der Wand aufgefüllt werden.
Grafik: SPREE-PR/Schulze GmbH
Keine Chlorung
Aufgearbeitet wird es auf zwei unabhängigen Straßen mit Druckbelüftung und je vier geschlossenen Zweistufenfiltern. Von 1998 bis 2008 wurde das Wasserwerk bei laufendem Betrieb umgebaut und rekonstruiert. Dank der guten Arbeit des Teams musste das Wasser seit 1990 noch nie gechlort werden. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis harter Arbeit, laufender Kontrolle und hoher technischer Standards verbunden mit dem Engagement vieler Fachkräfte. Die Spremberger und ihre Gäste können den „Slamener Riesling“ deshalb auch heute noch in seiner reinen unbehandelten Qualität genießen.

Der Turm aus 44 Wasserkästen verdeutlicht, wie viel 500 Liter Wasser sind. Beim günstigsten Anbieter kostet das ca. 615 Euro. Die gleiche Menge Trinkwasser aus der Leitung kostet in Spremberg 0,93 Euro.
Foto: SWAZ
Geprüfte Qualität
Der Geschmack wurde übrigens geprüft. Beim Wasser- und Naturschutztag 2025 haben Besucher sieben Wasserproben blind verkostet – drei aus den Wasserwerken Spremberg, Döbern und Bohsdorf sowie vier Mineralwasser aus dem Handel. Auf dem 1. Platz landete das erfrischende Nass aus dem Wasserwerk Döbern, gefolgt vom Wasserwerk Spremberg auf Platz 2. Nur ein Mineralwasser schaffte es auf einen vorderen Platz, ist mit 1,23 Euro pro Liter aber gut 600 Mal teurer als das Trinkwasser aus den Leitungen. Das Wasser aus dem Bohsdorfer Wasserwerk landete auf dem 4. Platz. Es kostet ebenso wie in Spremberg 0,00186 Euro pro Liter. In Döbern zahlen die Kunden 0,0022 Euro/Liter.
Das teuerste getestete Mineralwasser aus dem Handel kostet 1,49 Euro pro Liter, fiel bei den Teilnehmern aber mit null Punkten durch. Um zu verdeutlichen, wie viel 0,5 m³ (500 l) Wasser sind, baute das SWAZ-Team 44 Wasserkästen auf. Die Kosten beim günstigen Mineralwasseranbieter 615 Euro (1,23 Euro ✕ 500 l = 615 Euro).
Für die gleiche Menge Trinkwasser aus der Leitung zahlen die Verbraucher in Spremberg und Bohsdorf 0,93 Euro (0,00186 Euro ✕ 500 l = 0,93 Euro) und in Döbern 1,10 Euro (0,0022 Euro ✕ 500 l = 1,10 Euro).