Vorreinigungsanlage in der Wirthstraße
Sauberes Regenwasser für die Spree
Der Neubau der Berufsbildenden Oberschule (BOS) in der Wirthstraße hat auch Auswirkungen auf das Kanalnetz für Regenwasser. Denn durch bebaute und damit versiegelte Flächen wie Gebäude kann dieses nicht mehr im Boden versickern, sondern muss über Leitungen abfließen. Achtlos weggeworfenes Papier, Zigarettenkippen, aber auch Benzinreste und Ruß könnten über den Regen mit in die Spree gespült werden.

Beispielhafte Darstellung: Mithilfe einer Regenwasser-Vorreinigungsanlage können grober Schmutz aber auch Kleinpartikel wie Ruß oder ein Ölfilm herausgefiltert werden.
Grafik: SWAZ
Damit das nicht passiert, plant der SWAZ im Rahmen der Maßnahme „Erweiterungsbau BOS“ die Errichtung einer Vorreinigungsanlage. Ohne diese würden die Wasserbehörden die Einleitung nicht genehmigen. Die Spree ist bereits durch Niedrigwasser belastet und muss deshalb geschützt werden. Die Anlage trägt dazu bei, die Wasserqualität sowie Tier- und Pflanzenleben zu bewahren und die Nutzung des Gewässers, u. a. auch für die Freizeit, langfristig zu sichern.
Feinstfilter für Mikroplastik
Diese Vorreinigungsanlage filtert erste sichtbare Verschmutzungen heraus und reduziert viele Schadstoffe, bevor das Wasser in die Spree gelangt. Dazu gehören:
- grobe Partikel, die sich im Sandfang oder an der Filteroberfläche absetzen: Sand von Bau- und Straßenflächen, Laub und Zweige aus Bäumen, Papier (z. B. Papiertaschentücher), Verpackungsreste und Zigarettenkippen
- Schwimmstoffe, die in Ölabscheidern oder schwimmstoffabscheidenden Kammern zurückgehalten werden: Öl- und Benzinreste von Fahrzeugen (sichtbar als glänzender Ölfilm), Hydraulik- oder Motoröl von Baustellenmaschinen sowie kleine Mengen an Treibstoff aus undichten Tanks
- Feinkörner und Schwebstoffe, die sich in den Sedimentationszonen ablagern und durch Feinstfilter zurückgehalten werden: Ton-, Staub- und Rußpartikel vom Straßenverkehr, feiner Straßenabrieb von Reifen und Bremsen sowie Mikroplastikpartikel (z. B. Fasern aus Textilien)
So funktioniert es
Das Regenwasser wird durch Regeneinläufe oder Dachrinnen über das Kanalnetz in die Anlage geleitet, wo es durch verschiedene Reinigungsstufen läuft. In einem Sandfang setzen sich schwere und grobe Partikel ab. Manchmal gibt es zusätzliche Filter oder Sedimentationszonen, die feinere Stoffe herausfiltern. Auch Schwimmstoffe wie Öl können über Ölabscheider zurückgehalten werden. Das so vorgereinigte Wasser kann anschließend deutlich schadstoffärmer in die Spree geleitet werden. Die jeweiligen Reinigungsschritte und Bauausführungen werden mit fortschreitender Planung festgelegt.
Mit dem Bau der Vorreinigungsanlage beweist der SWAZ Verantwortung auch bei dem Schulneubau, setzt neueste Technik ein, erfüllt die aktuellen Regeln und schützt natürliche Ressourcen.