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Herausgeber: Stadt Spremberg/Grodk · GeWoBa · SWS · SKK · SWAZ · ASG · Krankenhaus Spremberg

Städtische Werke Spremberg

Unsere Geschichte der Gasversorgung

Seit 162 Jahren sorgt der fossile Energieträger Gas in Spremberg/Grodk für Licht und Wärme. Laut Klimaschutzgesetz ist bis 2045 Schluss damit. Erdgas wird dann durch neue Gase wie Wasserstoff, seine Derivate sowie Biogas ersetzt. Wir blicken zurück.

Die Spremberger waren stolz auf ihre Gasanstalt und widmeten ihr sogar eine Ansichtskarte, auf der die Anlage im Jahre 1867 abgebildet ist.
Postkarte: SPREE-PR/Archiv

Die Nutzung des Erdgases als Energiequelle begann in der „Per-le der Lausitz“ 1864. Dokumente im Stadtarchiv verweisen bereits 1859 auf eine geplante Gaserzeugungsanstalt. Bis zur Erteilung des Bauauftrages an den Gasingenieur Petzsch dauerte es noch vier Jahre, aber am 30. November 1863 war es soweit. Die Umsetzung war rasant. Für das Vorhaben hatten die Spremberger einen Kredit in Höhe von 73.323 Talern beschafft. Schnell wurde die stadteigene Fläche planiert – unweit des heutigen Spremberger Krankenhauses, das übrigens 1869 nach einem Jahr Bauzeit eröffnet wurde (siehe Seite Krankenhaus). Kurz nach Baustart am 2. Januar 1864 mauerten die Bauarbeiter mitten im Winter die Fundamente und am 29. Februar wurde der Grundstein zur Gasanstalt gelegt. Ab 20. Juni folgte die Verlegung der Gasrohre in die Altstadt und bereits am 1. November 1864 nahm die Spremberger Gasanstalt ihren Betrieb auf.

Und es wurde Licht

Sie gehörte zu den ersten städtischen Gaswerken in der Lausitz und lieferte die Energie für die dringend benötigte Straßenbeleuchtung, für das Licht in den Fabriken der aufstrebenden Tuchindustrie und für die Wohnungen der Spremberger. „Den Markt- und Wilhelmplatz erleuchtete je ein Kandelaber mit fünf Flammen“, geht aus dem Archiv hervor. Weitere dieser Leuchter gab es auf dem Schlossplatz und an der schon damals bedeutsamen Kreuzung Berliner-/Dresdener Straße. In der Mitte des Spremberger Markplatzes steht noch heute ein historisch anmutender Kandelaber. Sein Licht wird allerdings nicht mehr mit Gas erzeugt. Rückblick ins Jahr 1864: „In den Straßen brannten fortan sommers von Eintritt der Dunkelheit bis eine Stunde vor Mitternacht, in der übrigen Zeit des Jahres bis 10 Uhr abends 112 Gaslaternen.“ In Privathaushalten erhellten rund 2.500 Gasflammen die Stuben.

Warm-Wasser-Badeanstalt

Die Geburtsstunde des Gaswerkes ist zugleich die der Stadtwerke. Der Bedarf stieg stetig, denn Gas wurde auch zum Heizen und Kochen genutzt. Im ersten Jahr lieferte das Werk 2.792.500 Kubikfuß Gas (= 129.000 Kubikmeter). Die Gasbehälter wurden immer fülliger, die Kesselanlagen und Öfen immer moderner. Im Mai 1926 öffnete auf dem Gelände die „Städtische Warm-Wasser-Badeanstalt“ mit Schwimmbad, medizinischen Bädern und Massageräumen. Laut Chronik zählten die Bademeister in der ersten Woche 555 „Männlein“ und 277 „Weiblein“. Die Spremberger Stadtbahn, bereits 1898 gegründet, wurde 1934 Teil der Städtische Werke Spremberg (Lausitz) GmbH.

Vom VEB zur Stadttochter

Am 1. Januar 1950 hörte die Städtische Werke Spremberg (Lausitz) GmbH regierungsamtlich auf zu bestehen. Sie wurde Teil des Energiebetriebes Nord, einem VEB. 1964 erfolgte die völlige Stilllegung der Gasproduktion und es begann die Ferngasversorgung aus dem neuen Gasgiganten Schwarze Pumpe. In der politischen Wende 1990 stellten Spremberger Stadtverordnete den Antrag auf Rückgabe des kommunalen Vermögens. Die Neugründung der Städtische Werke Spremberg (Lausitz) GmbH erfolgte am 1. Januar 1991. Alleiniger Gesellschafter der GmbH ist die Stadt, die mit der Tochter am gleichen Tag auch einen Konzessionsvertrag für die Stromversorgung abschloss.

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